Gasnetzanschluss im Rahmen der Krisenvorsorge Gas

Als Gasverteilnetzbetreiber steht die RNG gemeinsam mit den Ferngasnetzbetreibern in der Verantwortung, in ihrem Netzgebiet eine sichere und zuverlässige Versorgung mit Erdgas zu gewährleisten. Die Beschaffung, der Handel und der Vertrieb des Gases erfolgt durch die Marktpartner der RNG, gemeinsam tragen alle Marktpartner die Verantwortung für die Versorgung.

Sollte es auf Grund von Störungen im Netz oder sonstiger externer Einflüsse zu regionalen oder nationalen Gasmangellagen kommen, so werden im Rahmen der gemeinsamen Systemverantwortung aller Gasnetzbetreiber, geregelt in § 16 des EnWG, zunächst marktbezogene und, falls diese nicht ausreichen, netzbezogene Maßnahmen ergriffen bzw. angefordert. Marktbezogen bedeutet etwa die Nutzung von Flexibilitäten in Lieferverträgen, netztechnische Mengenverlagerungen oder freiwillige Reduktion des Erdgaseinsatzes von Kunden.

Bei den netzbezogenen Maßnahmen kann es, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, als letzte Maßnahmen auch zu Abschaltaufforderungen an einzelne Kunden kommen. Hierbei werden die Regelungen nach § 53 a EnWG in Verbindung mit dem Notfallplan Gas der Bundesrepublik berücksichtigt. Danach genießen die sogenannten geschützten Kunden, wie z. B. Privatkunden ebenso Vorrang wie Anlagen, die Wärme zum Zwecke der Versorgung von geschützten Kunden erzeugen.

Sollte die Bundesregierung, wenn die oben aufgeführte marktbasierten Maßnahmen nicht mehr ausreichen, nach dem „Notfallplan Gas der Bundesrepublik Deutschland“ die Notfallstufe ausrufen, so würden staatliche Stellen, wie die Bundesnetzagentur als Bundeslastverteiler, weitere Maßnahmen bei den Marktpartnern oder Kunden veranlassen.

Fragebogen zum Gasnetzanschluss im Rahmen der Krisenvorsorge Gas

In seiner Netzbetreiberverantwortung bereitet sich die RNG im Rahmen ihres Krisenmanagements vorsorglich auf die Umsetzung der „Krisenvorsorge Gas“ vor. Dabei ist die RNG auch auf die Mitwirkung von großen Gewerbe- und Industriekunden* angewiesen, damit jederzeit aktuelle Informationen zu Ansprechpartnern und technischen Parametern etc. vorliegen. Die RNG hat die oben genannte Kundengruppe zu diesem Zweck bereits angeschrieben und den Fragebogen Krisenvorsorge Gas zukommen lassen


* Gaskunden mit registrierter Leistungsmessung: Entnahmestelle mit einem Gas-Jahresverbrauch von mehr als 1,5 Mio. kWh pro Jahr oder einer zu erwartenden Jahreshöchstleistung von mehr als 500 kW.


Krisenvorsorge Gas - die wichtigsten Fragen im Überblick

Krisenvorsorge Gas

Was bedeuten die drei Krisenstufen des Notfallplanes?

Die beiden ersten Stufen bedeuten im Wesentlichen eine Sensibilisierung aller Beteiligten, führen zur Einrichtung eines Krisenstabs beim BMWK und einem engen Monitoring der Lage. Die Gasnetzbetreiber bleiben weiter in der Verantwortung. Die Verbraucher sind aufgefordert, durch Reduktion des Gasverbrauches, einen Beitrag zu leisten.
In Stufe 3 („Notfallstufe“) übernimmt der Staat das verantwortliche Handeln mit der Bundesnetzagentur (BNetzA) als Bundeslastverteiler. Erforderliche Maßnahmen werden dann bei den Marktakteuren angewiesen.

Welche Konsequenzen ergeben sich aus der Frühwarnstufe Gas?

• Einberufung eines Krisenteams im Bundeswirtschaftsministerium
• Regelmäßige Analyse der Gasversorgungslage
• Appell an alle Gasverbraucher, den Verbrauch möglichst weitgehend zu reduzieren
• Fernleitungsnetzbetreiber und Verbundnetzbetreiber ergreifen, wenn notwendig, Maßnahmen nach §§ 16, 16a EnWG
• Unterrichtung der EU-Kommission

Was passiert in einem Fall einer Gasmangellage und wie wahrscheinlich ist ein solcher Fall?

Die Gasnetzbetreiber sind gesetzliche (§ 16 und § 16 a EnWG) zu einer Zusammenarbeit und zu einer Aufrechterhaltung der Systemsicherheit der Gasversorgung verpflichtet Zunächst werden marktbezogene Instrumente, wie Flexibilitäten in Lieferverträgen, Netzschaltungen oder Mengenverlagerungen genutzt, bevor netzbezogene Maßnahmen zur Aufrechterhaltung einer Systemstabilität herangezogen werden (Kürzung von Ein-/Ausspeisungen an GÜP, Abschaltung von nicht geschützten Kunden)
Über die Eintrittswahrscheinlichkeit kann keine belastbare Aussage getroffen werden, da dies von vielen verschiedenen internationalen, nationalen aber auch regionalen Einflüssen abhängt. Aktuelle Informationen gibt es auf den Internetseiten des BMWK oder der Bundesnetzagentur:
www.bmwk.de
www.bundesnetzagentur.de

Auf welcher Grundlage erfolgt das Anschreiben der Netzbetreiber in Bezug auf Abschaltung von Leistung?

Das Anschreiben erfolgt vor dem Hintergrund der gesetzlichen Verpflichtung des Gasnetzbetreibers RNG, gemeinsam mit den anderen Gasnetzbetreibern die Systemsicherheit der Gasversorgung sicherzustellen. Hierzu ist eine Mitwirkung der RLM-Kunden erforderlich, damit sich RNG u. a. einen Überblick über den Gaseinsatz verschaffen kann und über Ansprechpartner des RLM-Kunden verfügt. Nur so kann er seiner gesetzlichen Verpflichtung nachkommen.

Welche Branchen gehören zu den schutzwürdigen Kunden?

Dies sind Kunden, die zu folgender, in § 53 a EnWG beschriebenen Gruppe gehören: Haushaltskunden, SLP-Kunden (Standard-Last-Profil), Anlagen, die grundlegende soziale Dienste nach EU-Verordnung 2017/1938 sowie Heizanlagen, die Haushaltskunden oder o. g. grundlegende soziale Dienste mit Wärme beliefern.

Warum werden große Industrie- und Gewerbekunden (RLM-Kunden) aktuell von den Netzbetreibern angeschrieben?

Die RNG steht als regionaler Verteilnetzbetreiber in der Verantwortung, sich vorsorglich auf den Fall vorzubereiten, dass die Versorgung von Kunden bei einer Gasmangellage, verursacht z. B. durch verminderte oder ausbleibende Lieferun-gen russischen Erdgases, national bzw. regional eingeschränkt werden muss. Um die vorhandenen Daten ihrer RLM-Kunden zu aktualisieren, werden diese zurzeit angeschrieben. Die Tatsache, dass ein RLM-Kunde angeschrieben wurde, bedeutet keine Kategorisierung nach „nicht geschützten Kunden“ oder „geschützten Kunden“.

Wie erfolgt der Abschaltprozess, falls es Gasknappheit gibt? Gibt es eine Vorlaufzeit?

Falls ein nicht geschützter Kunde zur Systemstabilität durch eine Abschaltung beitragen muss, erfolgt eine Abschaltanforderung durch die Querverbundleitstelle der RheinEnergie (Dienstleister der RNG) an den entsprechenden Kunden, die Leistung zu reduzieren bzw. eine Abschaltung vorzunehmen. Wenn möglich wird eine Vorlaufzeit natürlich berücksichtigt, kann jedoch nicht garantiert werden, da dies von der jeweiligen Situation abhängt bzw. der Vorlaufzeit, mit der RNG von dem / den vorgelagerten Netzbetreibern aufgefordert wird, die Leistung zu reduzieren.

Gibt es bei den abzuschaltenden Kunden auch eine Reihenfolge oder wird hier willkürlich abgeschaltet?

Zu den RLM-Kunden (RLM steht für Registrierende Leistungsmessung), die zur Aufrechterhaltung der Gasversorgung in Deutschland evtl. abgeschaltet werden müssen, gehören sogenannte "nicht geschützte Kunden". Dies sind Kunden, die nicht unter folgende, in § 53 a EnWG, beschriebene Kundengruppe gehören: Haushaltskunden, SLP-Kunden, Anlagen, grundlegende soziale Dienste nach EU-Verordnung 2017/1938 sowie FW-Anlagen, die Haushaltskunden oder o. g. grundlegende soziale Dienste beliefern.

Die im Fall einer Gasmangellage nach Ausschöpfung aller sonstiger Möglichkeiten erforderlichen Abschaltaufforderungen hängen von der jeweiligen Situation (allgemeiner Gasverbrauch, Kundenverbrauch, Jahreszeit usw.) im Ferngasnetz, dem Verteilnetz und der betroffenen Region ab.

Was kann ein RLM-Kunde tun, damit die Abschaltungsrisiken minimiert werden?

Grundsätzlich hilft jede Reduktion des Gasverbrauches eine Situation zu vermeiden, die zu Problemen mit der Gasversorgung und in der Folge, um die Systemstabilität aufrecht zu erhalten, zu Abschaltanforderungen führt. Alternative Brennstoffe ermöglichen eventuell eine Weiterführung des Betriebes.

Wer entscheidet, welche Verbraucher abgeschaltet werden?

Solange die Gasnetzbetreiber mit marktbasierten Maßnahmen nach dem Notfallplan der Bundesregierung bzw. EnWG (§ 16, § 16 a, § 53a) agieren, liegt diese Entscheidung in der Systemverantwortung der Gasnetzbetreiber. Wenn jedoch von der Bundesregierung lt. Notfallplan die sogenannte Notfallstufe ausgerufen wird, liegt das Handeln in der Hand des Staates, dann würden entsprechende Vorgaben oder Anweisungen der Bundesnetzagentur als Bundeslastverteilers erfolgen.

Mit welchen Abschaltungsdauern muss gerechnet werden?

Die Abschaltung würde so lange andauern, wie es für die Systemstabilität der Gasversorgung in Deutschland notwendig ist. Da ein solcher Fall bisher noch nicht eingetreten ist, ist hierzu keine Aussage möglich.

Gibt es Änderungen an der Marktraumumstellung von L- auf H-Gas?

Nein, aktuell wird die geplante Marktraumumstellung nicht pausiert oder neu geplant. Auf Grund langfristig abgestimmter Planungen zwischen den Ferngas- und Verteilnetzbetreibern muss die ErdgasUmstellung aktuell (bis auf weiteres) fortgeführt werden wie geplant.

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